KEPUWEB

Hauptseite Über mich Übersicht der Videos Meine Spiele Ausstattung Sonstiges

Eine 1600dpi USB-Gaming-Maus für einen Euro - was taugt sie?

Änderungen vorbehalten

Nichts geht über eine gute Computermaus. Sie muss den Cursor präzise navigieren und sie sollte ganz schnellen Bewegungen und gegebenenfalls vorkommenden Misshandlungen durch viel zu feste Klicks standhalten. Quasi Features, die eine Low-Budget-Maus keinesfalls bieten kann. Bei Low-Budget reden wir hier allerdings im Preisbereich unter 10 €. Wie wäre dann wohl eine Maus, die man für einen schlappen Euro bekommt? Das will ich herausfinden.

mydealz machte am 20. August 2015 auf ein Angebot bei eBay aufmerksam, wo man sich eine ansprechend gestaltete und ergonomisch gestaltete USB-Maus im Gaming-Design und mit immerhin 1600dpi ergattern konnte. Klingt alles ziemlich teuer, doch diese Maus wurde für schlappe 1,99 € angeboten. Jedoch haben die Leute positive Berichte gemacht, durch einen Preisvorschlag den Preis auf 1,00 € zu drücken. Sogar der Versand ist umsonst. Doch wie viel Maus kriegt man für einen Euro? Billigschrott, der gleich in sich zusammenfällt, der übel riecht, der schlecht verarbeitet ist? Ich wollte es herausfinden, denn bei einer Maus für einen Euro kann man nicht viel falsch machen, ist ja kein großer Verlust. Am 21. August für einen Euro ergattert, paar Tage später kam eine Mail von GLS mit einem äußerst interessanten System, mir Bescheid zu geben, wo mein Päckchen gerade ist und wann es ungefähr da sein wird. Die Vorhersage stimmte, am 25. August zwischen 12 und 14 Uhr sollte es da sein. Um 13 Uhr klingelte dann ein eher mies gelaunter GLS-Fahrer, um mir das kleine Päckchen zu übergeben.

Noch verpackte Verpackung von GLS
Versandverpackung von GLS. Da drin befindet sich die Maus.

Wenn man abgedrehtere "Produktpräsentationen" von renommierten Herstellern gewohnt ist, kommt einen das Päckchen sehr klein vor. Wo man nicht viel erwarten kann, ist auch nicht viel drin in dem unscheinbaren Päckchen, was außerdem noch leichte Beulen hatte.

Die Verpackung der Maus
Die Packung der Maus. Relativ unspektakulär.

Päckchen auf und siehe da: eine Maus. Gebunden an einem USB-Kabel. Mehr nicht. Kein Stück Papier mit technischen Daten, kein Garantiezettelchen (kleiner Witz), nur die Maus, die ich auch bei eBay so gesehen habe. Nicht nur die springt mir ins Gesicht, sondern auch noch gleich ein starker Plastikgeruch. Aber was will man erwarten bei einer billig produzierten Maus?

Der Inhalt der Verpackung
Der Inhalt. Nur eine Maus drin.

Wenn man nun ein bisschen mit der Luftpolsterfolie rumgespielt hat, kann man sich nebenbei auch mal die Maus anschauen. Hat man sich eigentlich schlimmer vorgestellt, die Maus hat für diesen Preis doch eine erstaunlich gut (anfühlende) Verarbeitung. Die Maustasten haben eine weichere Oberfläche, die sich etwas gummiartig anfühlt, selbiges gilt für das Scrollrad. Auch dieser blaue Pseudometallrücken fühlt sich gar nicht mal so schlecht an. Direkt darunter befindet sich dann aber auch wieder das gewohnte Funkel-Plastik, was Kratzer so an sich zieht. An den Seiten ist die Maus etwas breiter, da hier die Finger abgelegt werden können. Einen fetten Daumen sollte man allerdings nicht haben, sonst könnte die linke Ablage nach einer gewissen Zeit unbequem werden. Das Gehäuse hat viele offene Stellen, wo man die Technik im Inneren sehen kann, der Staub freut sich zumindest darüber, sich darin anzusammeln. Besondere weitere Spielereien hat die Maus nicht zu bieten.

Die Maus selber
Die Maus selber.

Die Unterseite beherbergt den optischen Sensor, wie er bei günstigen USB-Mäusen der Fall ist. Immerhin soll der ganze 1600dpi haben, günstige Mäuse haben ganze 800 weniger. Was auch immer das für eine Marke ist, kennen tue ich sie nicht und lesen schon gar nicht. Die chinesische Schrift lässt sich wegen mangelnder Sprachkenntnisse ebenfalls nicht entziffern, immerhin sagt uns die Maus, das sie in China hergestellt wurde. Ein anderes Land würde mich auch wundern. Während im Prinzip die gesamte Unterseite aus mattem Plastik besteht, bestehen die Platten aus viel billigerem Plastik. Mehrere Tage auf einem Schreibtischboden bedienen und es sollten darauf zahlreiche Kratzer zu sehen sein.

Die Unterseite der Maus
Die Unterseite der Maus.

Die Logitech G400, der Nachfolger der legendären Logitech MX518, besitze ich schon seit 2013 und eigentlich will ich keine andere Maus mehr haben. Die Ein-Euro-Maus soll sie definitiv nicht ersetzen, aber man kann hier schon mal gute Vergleiche anstellen. Fast 32x könnte man sich die billige Maus kaufen, um auf den Preis der Logitech G400 zu kommen, für die ich einst bezahlt habe. Beide haben immerhin die Gemeinsamkeit, dass beide in China hergestellt wurden. Natürlich besitzt die Billig-Maus im Gegensatz zur Logitech die zahlreichen Zertifikate nicht, genauso wenig die Extra-Tasten.

Die Ein-Euro-Maus im Vergleich mit der Logitech G400
Die Ein-Euro-Maus im Vergleich mit der Logitech G400.

Das USB-Kabel der Maus ist geriffelt und dünn, spricht damit nicht wirklich für hochwertiges Material. Hier ist die Angst, die Maus durch einen Kabelknick unbrauchbar zu machen, hoch. Egal, kaufen wir eben eine neue, ist ja nur ein Euro. Wo wir allerdings beim Spruch "Wer billig kauft, kauft viel." sind. Sonderlich lang ist das Kabel übrigens nicht, auf meinem Schreibtisch könnte es zum Beispiel ziemlich knapp werden, das Kabel unter dem Schreibtisch am PC anzuschließen. Sinnvoll wäre hier, die Maus an einem auf dem Schreibtisch liegenden USB-Hub oder, wenn es die Peripherie erlaubt, an einer Tastatur.

Das Kabel der Maus im Detail
Das USB-Kabel der Maus im Detail.

Kabel auseinander gefädelt, angeschlossen und losgemausert. Heutige Betriebssysteme erlauben die schnelle Inbetriebnahme von Peripheriegeräten, weshalb diese Maus binnen Sekunden erkannt wurde und sofort einsatzbereit war. Und tatsächlich machen sich die 1600dpi bemerkbar, der Cursor rast nur so durch den Bildschirm und dabei bewege ich die Maus nicht mal so weit. Könnte Office-Nutzern etwas stören, aber für Gamer eine angenehme Anzahl. Meine Logitech ist ungefähr so eingestellt, wenn auch einen Tick weniger. Wer von einer teureren Maus umsteigen will (ich hoffe, das macht keiner), sollte allerdings die Zeigerbewegung etwas verlangsamen, zumindest für meinen Geschmack ist die DPI-Anzahl etwas zu flott zum Arbeiten. Denn eine DPI-Steuerung wie bei der Logitech G400 existiert nicht. Was einem schon mal auffällt: die Klickgeräusche sind deutlich lauter. Erinnert von der Geräuschkulisse an die alten grauen Mäuse mit seriellem Anschluss. Auch die Taste beim Scrollrad ist so laut, aber sie scrollt leise. Hardcore-Gamer haben ja eh nur Headset auf dem Kopf, weshalb denen diese Geräusche eher nebensächlich sind, aber leiser könnte es schon sein. Auf einem Gamer-Mauspad lässt sich die Maus am bequemsten bedienen, wobei sich hier lautere Abriebgeräusche bemerkbar machen als bei der Logitech. Ein weiteres Problem ist die Positionierung des Scrollrads. Legt man die Finger bis zum oberen Ende, erwischt nicht die Fingerkuppe das Scrollrad, was zu Komplikationen führen kann. Zum Glück ist der Bereich neben dem Scrollrad noch klickbar, womit man auch dieses wieder problemlos erreichen kann. Die mittlere Maustaste lässt sich nicht so entspannt drücken, es braucht etwas viel Kraftaufwand. Zudem scheint das rote Licht des optischen Sensors fast durch das gesamte Gehäuse, da kann es schon mal passieren, dass man auf dem Monitor auf dunklen Stellen eine rote Reflektion bemerkt.

Ein Kurztest mit GTA San Andreas ergab eine recht nette Präzision. Auch die Misshandlung der linken Maustaste durch die virtuellen Trainingsmaßnahmen von CJ konnte die Maus noch mithalten, aber eine lange Haltbarkeit kann man sich davon wohl nicht versprechen. Wenn ich andere Spiele wie Shooter mit der Maus getestet habe, werde ich diesen Artikel aktualisieren.

Fazit

Für einen Euro landet man hier echt ein Super-Schnäppchen, man bekommt tatsächlich etwas mehr fürs Geld geboten als erwartet. Hohe Präzision dank 1600dpi, eine annehmbare Verarbeitung und ein hübsches Aussehen. Kleine Abzüge gibts bei dem lauten Klick und der etwas eingeschränkten Bedienbarkeit. Da es sich hier um eine verhältnismäßig günstige Maus handelt, ist zumindest der Ersteindruck gar nicht mal so schlecht. Ob sie auch länger halten wird, könnte bezweifelt werden, aber für einen Euro kann man sich ja jederzeit eine neue holen. Sollte man allerdings nach zwei Jahren 32 Stück dieser Sorte holen müssen, wäre eine Markenmaus doch eher angebracht. Aber wer für einen sehr schmalen Geldbeutel eine einigermaßen vernünftige Maus mit ansprechendem Design und guter Präzision sucht, kann diese Maus ruhig mal ausprobieren.

Zurück zur Übersicht

YouTube-Kanal     Facebook-Seite     Twitter-Account     Google+-Seite

Copyright © 2013-2016 kepuWeb
Impressum
Kontakt