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Echter Retro-PC oder Emulator?

vom 13. Juli 2015 · Änderungen vorbehalten

Seit einem guten Jahrzehnt, genauer gesagt seit dem Erscheinen von Windows XP, gibt es ein weitverbreitetes Problem: die heißgeliebten Spiele, die einst für Windows 95/98 entwickelt wurden, wollen partout nicht laufen. Denn diese Spiele waren anfangs gar nicht für die NT-Linie gedacht, die bis 2001 nur für den Business-Bereich gedacht war. Nun hält die NT-Linie schon seit einiger Zeit auch Einzug bei den Heimanwender und stehen nun vor dem Problem, das ihre alten Spiele nicht mehr laufen. Was tun? Auf zwei Arten lässt sich dieses Problem lösen:

Emulation

Es gibt die Möglichkeit, einen virtuellen Rechner auf einem System einzurichten. Dieser emuliert Hardware-Komponenten, die schwächer sind als die des Hauptsystems. Dabei wird das Hauptsystem nicht einmal angerührt. Ein Vorteil ist der Kostenfaktor, denn es gibt durchaus kostenlose Emulatoren wie DOSBox, Windows Virtual PC oder VirtualBox, dennoch gibt es auch kostenpflichtige wie VMware Workstation. Auf diesen kann relativ einfach ein älteres Betriebssystem installiert werden, wofür natürlich die Original-CD/DVD des Betriebssystems benötigt wird. Es müssen lediglich Integrationstools installiert werden, die eine Interaktion mit dem echten System erlauben (z.B. Datenaustausch).

Für MS-DOS-Spiele gibt es nur eine Lösung: DOSBox. Dieses kostenlose Programm emuliert zuverlässig ein entsprechendes x86-System mit MS-DOS. Die virtuelle Hardware kann außerdem konfiguiert werden, so kann der Nutzer entscheiden, ob er als CPU einen i386, i486 oder einen Pentium haben, ob er 8 MB oder 16 MB Arbeitsspeicher haben oder ob eine SoundBlaster oder eine Gravis UltraSound emuliert werden soll. Somit dürfte es möglich sein, sämtliche DOS-Spiele verschiedenster Epochen spielen zu können. Problematisch ist hierbei nur die Interaktion mit USB-Diskettenlaufwerken und bei Spielen mit mehreren CDs der CD-Austausch.

Für einfache Windows 3.1x-Spiele kann ebenfalls DOSBox verwendet werden, da sich Windows 3.1x hervorragend in der DOSBox einrichten lässt. Lediglich müssen einige Treiber im Internet gesucht werden. Allerdings gibt es Interaktionsschwierigkeiten mit der SHARE-Datei, weshalb sich einige Spiele nicht installieren lassen.

Für Windows 95/98 gibt es die restlichen Virtualisierungsprogramme. Die neueren haben dabei immer mehr das Problem, das diese beiden Systeme nicht mehr unterstützt werden, somit kann man viele Spiele wegen fehlender Treiber vergessen. Sobald Treiber für Windows 95/98 für das emulierte System vorhanden sind (das ist z.B. bei Virtual PC 2007 von Microsoft der Fall), so lassen sich einige Spieletitel darunter spielen. Bei 3D-lastigen Spielen wird es allerdings kritisch, da die emulierten Grafikkarten meistens zu schwachbrüstig sind.

Wer das Glück hat, Spiele zu besitzen, die die Glide-API nutzen (diese haben ein 3dfx-Logo auf der Verpackung), kann auch zu einem Glide Wrapper greifen. Somit lassen sich ältere Spiele auch unter neueren 64-bit-Betriebssystemen ausführen. Es sind lediglich einige Konfigurationen notwendig.

Man kann auch auf die Hilfe von Fans hoffen, dass sie einen Patch veröffentlichen, um bestimmte Spiele unter neueren Betriebssystemen zum Laufen zu bringen. Teilweise veröffentlichen sowohl Steam als auch GOG Spiele, die für neuere Betriebssysteme angepasst wurden. So gibt es neben einer Kompatibilität für neuere Systeme auch bessere Grafik und damit höhere Auflösungen. Manchmal wurden sie auch nur für neuere Systeme kompatibel gemacht.

Retro-PC

Eine kostenpflichtige Angelegenheit wäre ein kompletter Rechner, der aus älteren Komponenten besteht. Diese Methode kann mitunter ins Geld gehen, je nachdem, welche Komponenten man holen möchte. Vor allen Dingen kostet sie Extra-Strom. Vorkenntnisse zum Aufbau eines PCs sollten vorhanden sein. Die Methode hat aber auch den Vorteil, dass sehr viele Spiele laufen werden, die Kompatibilität ist hier auf jeden Fall geben. Man sollte sich, wenn man vor hat, einen Rechner selber zusammen zu basteln, vorher informieren, was man noch alles konfiguieren muss, denn damalige Rechner mussten an bestimmten Stellen noch "gejumpert" werden. So muss bei den IDE-Festplatten festgelegt werden, ob er Master oder Slave ist, gleiches gilt für das CD-Laufwerk. Bei noch älteren Systemen muss sogar bei der CPU die Jumper so gesetzt sein, dass sie den Taktfrequenzen des Prozessors entsprechen.

USB-Peripherie ist bei alten PCs völlig tabu, hier regierten noch bei Eingabegeräten PS/2, noch früher sogar RS232 bei Mäusen und DIN bei Tastaturen. Neuere Mainboards besitzen bereits Erweiterungsanschlüsse, bei älteren müssen diese ggf. nachgerüstet werden. DVI und HDMI kannte kaum ein Heimanwender in den 90er, hier muss ein Monitor mit VGA-Anschluss herhalten. Bei den Soundkarten dürfte es kaum Änderungen gegeben haben, hier funktionieren auch noch die guten alten 3,5mm-Klinkenkabel, beim Kaltgerätekabel für das Netzteil hat sich auch nicht wirklich was geändert mit der Zeit.

Am günstigsten kommt man mit Komponenten weg, die um die Jahrtausendwende erschienen sind (Pentium III-CPU, Riva TNT2, 128 MB RAM, 15 GB HDD etc.), solche Systeme kriegt man teilweise für unter 30 € (oder für umsonst, wenn ein Bekannter sowas loswerden will). Hiermit lassen sich die meisten Spieletitel, die für DOS und Windows 95/98 erschienen sind, installieren. Wer grafische Kulinessen genießen will, ist mit 3dfx-Grafikkarten gut bedient, die allerdings nicht gerade für wenig Geld weggehen. Ein gutes Mittelstück stellt die 3dfx Voodoo3 3000 von 1999 dar, damalige Voodoo1 und Voodoo2-Karten brauchten zusätzlich eine 2D-Grafikkarte zum Betrieb. Auch die alten Prozessoren sollten gekühlt werden, brauchen allerdings keine so großen Kühler wie die heutigen. Slot-Prozessoren wie Pentium II oder die ersten AMD Athlon brauchen durch ihre Bauform keine, da bereits welche montiert wurden. Bei Festplatten und RAM auf die Mainboard-Limitierungen achten, Windows 95/98 braucht von beiden nicht viel, bei neueren Boards genügen 256 MB Arbeitsspeicher und eine 40 GB Festplatte.

Eine kleine Umgewöhnung wird die Installation der Betriebssysteme sein, die ist im Gegensatz zu der Installation des Systems in einem Virtualisierungsprogramm nicht gerade schnell. Auch sollte man entsprechende Treiber für die Komponenten in Form von Disketten oder CDs bereithalten, denn der Datenaustausch ist bei weitem nicht so einfach wie bei den Virtualisierungsprogrammen, es sei denn, es befindet sich eine Netzwerkkarte im Rechner und dieser wurde über ein LAN-Kabel ins bestehende Netzwerk integriert. Durch das TCP/IP-Protokoll, was heute noch verwendet wird, kann Windows 7/8/10 mit einem Windows 95/98-Rechner kommunizieren (vorausgesetzt, dort wurde ein Ordner ohne Kenntwort freigegeben), aber nicht umgekehrt. Hier sollte man jedenfalls auf die Schwächen der alten Hardware achten.

Wers noch älter haben will, gönnt sich ein System mit einem i486-Prozessor oder älter. Dort lassen sich dann auch Spiele spielen, die auf 5,25"-Disketten kommen. Doch hier muss wie bereits oben beschrieben noch der Prozessor entsprechend am Mainboard konfiguiert werden und im BIOS müssen Zahlenwerte von der Festplatte eingegeben werden, die sich i.d.R. aber auf der Festplatte selber befinden. Zudem fallen ggf. weitere Konfigurationsarbeiten an den ISA-Erweiterungskarten an. Diese Systeme sollten allerdings nicht mit Windows 95/98 betrieben werden, sondern nur mit MS-DOS (5.0 oder 6.22) oder MS-DOS mit Windows 3.1x.

Was soll ich nehmen?

Die eigene Entscheidung sollte da getroffen werden. Die Emulation zeigt sich hier von seiner stromsparendsten Seite, da hier nur Software installiert wird, und von seiner kostengünstigsten Seite, da es auch kostenlose Virtualisierungssoftware gibt. Jedoch besteht teilweise ein kleiner Konfigurationsaufwand und für Windows 95/98 entwickelte 3D-Spiele ohne Glide- oder OpenGL-API ist diese Methode ungeeignet. Die kompatibelste Lösung wäre dagegen die mit dem Retro-PC, da hier echte Komponenten verwendet werden und diese teilweise leistungsstärker sind als die virtuellen eines Virtualisierungsprogramms, jedoch geht diese Lösung ins Geld, da hier ein weiterer Rechner bzw. weitere Komponenten angeschafft werden, die dann noch zusätzlich Strom verbrauchen.

Ich persönlich empfehle letzteres, da diese Variante authentischer wirkt und man sich so wirklich in die Zeit zurückversetzt fühlt. Außerdem kann man hier sicher sein, dass auch die meisten Spieletitel laufen. Da verschmerzt man auch gerne den zusätzlichen Kostenaufwand durch weitere Komponenten und Strom.

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